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. Prototyp des modernen Heerwesens: 28 Mai 61- 24 Mai 1865 .. Fast die ganze im 1. Weltkrieg verwendete Technik wurde zuerst von diesem Heer ausprobiert. . HOMEPAGE |
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George H. Thomas, William S. Rosecrans, Don Carlos Buell und Robert Anderson gewidmet, Fürsprecher des weichen Krieges. Sie gewannen den US-Bürgerkrieg, während oder eher weil sie sich um ihre Untergebenen kümmerten. Gewidmet auch den gemeinen Soldaten beider Seiten aller Zeiten. .. Falls jemand meinen Artikel Politics in the Union Army at the battle of Chattanooga ins Deutsche übersetzen möchte, übersetze ich für ihn oder sie einen ähnlich langen Text (etwa 35 Textseiten) ins Englische. Es gibt auch einen kürzeren und leichteren Text (die Biographien), der einer Übersetzung wartet. .
Unten stehen ein Essay über die Ursachen des US-Bügerkrieges und eine diesbezügliche Analyse von Karl Marx. Sonst findet man hier auf Deutsch eine Zeittafel der AotC, 12 Schlachtzusammenfassungen, die 5 Berufsbahnen in Stichwörtern, u.a.m. Danke für den Besuch, . .
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Robert Anderson 1805-71 Befh. 28 Mai - 8 Okt. 61 Hat den richtigen Mann geholt. |
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William T. Sherman 1820-91 Befh. 8 Okt.- 9 Nov. 61 Gestörter Visionär |
Don Carlos Buell 1818-98 Befehlshaber 9 Nov. 61 - 29 Okt. 62 Hat die Basis gelegt. |
William S. Rosecrans 1819-98 Befehlshaber 30 Okt. 62 - 19 Okt. 63 Architekt des Meisterwerks Tullahoma |
Major General George H. Thomas 1816-70 Befehlshaber der AotC 19 Okt. 63 Solid wie ein Felsen bei Mill Springs, Murfreesboro, Hoover's Gap,
Stevens' Gap, McLemore's Cove, Chickamauga, Chattanooga,
100 Tage Kampagne, Peachtree Creek und Nashville. Hat im U.S. Bürgerkrieg
keine einzige Schlacht verloren.
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Die andere Homepage |
Arbeitskreis Militärgeschichte e.V |
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In memory of professor Elmer Weitz who taught me how to teach (German).
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Copyright © Sept. 2000 Robert T. Redman
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Ich bin US-Bürger, ehemaliger Deutschlehrer, stamme aus dem Norden, und lebe jetzt im Süden, nachdem ich 20 Jahre in Europa gelebt habe. In diesem und jedem Konflikt stehe ich auf der Seite der Menschheit, obwohl ich bezüglich derer Anspruch auf Sympathie manchmal meine Zweifel habe. Es folgt meine bündige Analyse der Ursachen des US-Bürgerkriegs.
1) Zur Rechtslage: Lincoln hat behauptet, die Staaten waren zueinander
in einem Vertragsverhältnis, deshalb wäre der Austritt einiger
ohne die Zustimmung aller Vertragsbruch. Ferner hatte die Zentralregierung
enorme Summen in den Süden investiert
(der Krieg gegen Mexiko - ein äußerst teures Projekt vor
allem der Südstaatler, die der Union andere Sklavenstaaten hinzufügen
wollten, Trockenlegung von Sümpfen in Florida, Übernahme der
Schulden von Texas bei Aufnahme in die Union usw.). Ferner beschlagnahmte
die neue Konföderation sofort Güter der Zentralregierung ohne
zu bezahlen. Aussichtslos dann für den Norden, nachher über den
Preis zu verhandeln. Aber wenn das Austrittsrecht tatsächlich bestand,
dann hat nachher die Regierung in Richmond dieses Recht nicht anerkannt,
als West Virginia, East Tennessee und North Alabama aus der Konföderation
auszutreten versuchten. Die Vertreter der Bevölkerungen dieser 3 Gegenden
hatten entschieden gegen den Austritt plädiert, und der Süden
konnte sich dort nur durch eigene Besatzungstruppen behaupten. Alle drei
Gegenden waren auch strategisch wichtig für beide Seiten: West Virginia
reichte weit nach oben zwischen Ohio und Pennsylvania, East Tennessee hatte
Salz und andere für die südliche Kriegführung wichtige Mineralien,
und North Alabama wiederum saß im Herzen der Konföderation.
2) Zur Ursache: Das Ganze hatte mit "states rights" wenig zu tun. Seit
Anfang der Republik hatten die Vertreter der Südstaaten die Zentralregierung
in allen Bereichen dominiert - War Department, Supreme Court, Presidency,
wichtigste Ämter im Kongreß usw. Als jedoch die Bevölkerung
und die Wirtschaft des Nordens wuchsen, wurde die Vormachtstellung des
Südens bedroht. Die südlichen Volksvertreter versuchten dann
ihre Stellung zu halten, indem sie die Zölle auf die Einfuhr von Industrieprodukten
akzeptierten, d.h. auf diese Weise für ihre Vormachtstellung bezahlten.
Irgendwann jedoch wurde die Wirtschaft des Nordens so viel stärker
als die des Südens, daß das Verhältnis nicht mehr aufrecht
zu halten war, und die "Power broker" im Süden, auf die Suche nach
mehr Stimmenmacht, ergriffen die Flucht nach vorne, zuerst durch gewaltsamen
Eingriff im neuen Territorium
von Kansas, dann durch Untergrabung der Rechtsprechung, wonach die
Sklaverei im Norden verboten war, dann durch Austritt.
Kurz, unredliche südliche Oligarchen kämpften gegen unredliche nördliche Finanziers um die besten Plätze am Trog in Washington.
Der Norden ist nicht in den Krieg gegangen, um ausdrücklich die Sklaverei zu beseitigen, aber der Süden hat den Krieg begonnen, um sie zu erhalten. Im Grunde wußten jedoch auch die Südstaatler, daß die Sklaverei eine moralische Schande war, aber sie hatten auch Angst vor einem berechtigten (obwohl unwahrscheinlichen) Aufstand der Schwarzen. Man fragt, warum tritt South Carolina zuerst aus? Einfach, der Teil der Schwarzen an der Gesamtbevölkerung war dort am höchsten. In der Tat mehr als die Hälfte. Die Kopplung von Angst mit dem unterdrückten Wissen, daß man im Unrecht steht, ist explosiv. So etwas ist zu viel für den normalen Eigenstolz der meisten Leute, nicht nur dort, sondern überall. Das konnten die "Volksvertreter" im Süden auch einspannen. Aber, im Grunde wußten alle, auch die vielen im Norden wie im Süden, die die Schwarzen nicht mochten, daß die "peculiar institution" alle Leute, die als Priviligierte indirekt oder indirekt damit in Berührung kamen, korrumpierte.
Zum Schluß, die Sklaverei war auch wirtschaftlich ein Klotz am Bein der ganzen Nation, den man sich nicht mehr leisten wollte. Sklaven sind sehr schlechte Konsumenten.
Abgesehen von aller wirtschaftlichen Mechanik, muß auch berücksichtigt werden, daß sehr viele Leute damals, sowohl im Norden wie auch im Süden, den Begriff der Union liebten und zwar auf eine Weise, die uns heute kaum vorstellbar ist. Viele im Norden waren bereit, bis aufs Äußerste zu kämpfen, um sie zu erhalten. Gleichzeitig haben nicht wenige im Süden nur halbherzig um ihr Sezessionsrecht gestritten. Wenn das nicht so wäre, dann hätten die Sädstaatler viel Getanes unterlassen, und viel Unterlassenes doch oder früher getan.
Trotzdem muß die phänomenale Fähigkeit des Südens, ung. 3/4 aller wehrdiensttüchtigen Männer der Bevölkerung zu mobilisieren, anerkannt und erklärt werden. Die überwiegende Mehrzehl dieser Leute besaß keinen einzigen Sklaven. Der normale weiße Bürger dieser Zeiten im Norden wie im Süden führte ein ziemlich prekäres Leben. Im Norden jedoch waren im System Aufstiegschancen eingebaut, und im Süden war das viel schwieriger. Es gab mehr Bildungsmöglichkeiten im Norden als im Süden, die südliche Gesellschaftsstruktur war starrer, und die Nachfrage für ausgebildete Industriearbeiter war im Süden viel geringer als im Norden. Aber der weiße Normalbürger im Süden konnte sich mit dem Gedanken trösten, daß es unter ihm noch eine Leitersprosse gab, die der Schwarzen. Jede Drohung, diesen Zustand zu ändern, war ein Angriff auf seinen Eigenstolz. Dazu identifizierten sich die Armen mit dem reichen Plantagenbesitzer, der sie vertrat, ausbeutete und verachtete. Wenn man das Gefühl hinzufügt, durch alles in Frage stellende Eindringlinge angefallen zu werden, dann war ihre anfängliche Bereitschaft, auf den Ruf zu den Waffen zu antworten, kein Mysterium. Es muß auch erwähnt werden, daß es im Laufe des Bürgerkrieges immer schwieriger wurde, die frühe Begeisterung aufrecht zu erhalten.
Am Ende wurde der Krieg durch einen 2,5 cm hohen Gegenstand entschieden - nämlich durch die Metallpatrone (für die ersten Schnellschuß-Gewehre von Spencer), die die südliche Industrie absolut nicht herstellen konnte. Wenn man nicht die Mittel hat, um einen Krieg erfolgreich zu führen, dann sollte man auf eine andere Strategie sinnen. Das hat auch Sam Houston, Gründer und erster Gouverneur von Texas, öffentlich und laut gesagt. Bei der Sezession hat er dann sein Amt niedergelegt, weil man auf seine Mahnungen und haargenaue Voraussage des Ausgangs nicht hören wollte.
Wenn Euch diese Behandlung der Geschichte des US-Bürgerkrieges gefällt, dann werden Euch meine Zusammenfassungen der Schlachten hier noch mehr gefallen. Allerdings konzentriere ich mich auf das Western Theater, d.h. auf die Kriegführung in Kentucky, Tennessee und Georgia. Es ging dort nicht zu, wie es in den meisten Geschichtsbüchern (wenn überhaupt) geschrieben steht. Ich bedanke mich für Eure Aufmerksamkeit.
Warum haben die Conföderierten die ersten Schüsse auf Ft. Sumter abgegeben? Einfach: Die südlichen "Feuerfresser" wußten, daß die Schlüsselstaaten Tennessee und Virginia ihnen nicht aus der Union folgen würden, wenn man nicht genug Entschlossenheit zeigte. Im Untergang hat man es gern gesellig.
PS: Ich kann nichts dafür, daß der liebe Gott uns so gemacht hat, wie wir sind. Ich habe die Welt nicht erfunden, nur vorgefunden - .
Seitenzahlen verweisen auf: Karl Marx/Friedrich Engels - Werke, (Karl) Dietz Verlag, Berlin. Band 15, 4. Auflage 1972, unveränderter Nachdruck der 1. Auflage 1961, Berlin/DDR. S. 93-347.
"Der Bürgerkrieg in den Vereinigten Staaten"
[Aus dem Englischen " The Civil War in the United States" by Karl Marx, Oktober 1861, erschienen in "Die Presse" Nr. 306 vom 7. November 186l]
<339> "Laß ihn laufen, er ist Deines Zorns nicht wert!" Diesen Rat Leporellos an die verlaßne Geliebte Don Juans ruft englische Staatsweisheit neulich - noch durch den Mund Lord John Russells - wieder und wieder dem Norden der Vereinigten Staaten zu. Läßt der Norden den Süden laufen, so befreit er sich von aller Verquickung mit der Sklaverei, von seiner geschichtlichen Erbsünde und schafft die Grundlage einer neuen und höheren Entwicklung.
In der Tat, wenn Nord und Süd zwei selbständige Länder bildeten, wie etwa England und Hannover, so wäre ihre Trennung nicht schwieriger, als die Trennung von England und Hannover war. "Der Süden" jedoch ist weder ein geographisch vom Norden fest geschiedenes Gebiet, noch eine moralische Einheit. Er ist überhaupt kein Land, sondern eine Schlachtparole.
Der Rat einer gütlichen Scheidung setzt voraus, daß die südliche
Konföderation, obgleich sie die Offensive zum Bürgerkrieg
ergriff, ihn wenigstens zu defensiven Zwecken führt. Man glaubt,
es handle sich für die Sklavenhalterpartei nur darum, die Gebiete
ihrer bisherigen Herrschaft zu einer selbständigen Staatengruppe zu
vereinigen und der Oberhoheit der Union zu entziehen. Nichts kann falscher
sein. "Der Süden braucht sein ganzes Territorium. Er will und muß
es haben." Mit diesem Schlachtruf überfielen die Sezessionisten Kentucky.
Unter ihrem "ganzen Territorium" verstehen sie zunächst sämtliche
sogenannte Grenzstaaten (border states), Delaware, Maryland, Virginia,
North-Carolina, Kentucky, Tennessee, Missouri und Arkansas. Außerdem
beanspruchen sie das ganze Territorium südlich von der Linie, die
vom nordwestlichen Winkel Missouris bis zum Stillen Ozean läuft. Was
die Sklavenhalter also "den Süden" nennen, umfaßt mehr als drei
Viertel des bisherigen Gebiets der Union. Ein großer <340> Teil
des so beanspruchten Gebiets befindet sich noch im Besitz der Union und
müßte ihr erst aberobert werden. Sämtliche sogenannte Grenzstaaten
aber, auch die im Besitz der Konföderation befindlichen, waren nie
eigentliche Sklavenstaaten. Sie bilden vielmehr das Gebiet der Vereinigten
Staaten, worin das System der Sklaverei und das System der freien Arbeit
nebeneinander existieren und um die Herrschaft streiten, das eigentliche
Schlachtfeld zwischen Süd und Nord, zwischen Sklaverei und Freiheit.
Der Krieg der südlichen Konföderation ist also kein Verteidigungskrieg,
sondern ein Eroberungskrieg, ein Eroberungskrieg zur Ausbreitung und Verewigung
der Sklaverei.
Die Bergkette, die in Alabama beginnt und nach Norden bis zum Hudsonfluß
reicht - gewissermaßen die Wirbelsäule der
Vereinigten Staaten - zerschneidet den sogenannten Süden in drei
Stücke. Das Gebirgsland, gebildet durch das Alleghany-Gebirge mit
seinen zwei Parallelketten, der Cumberland Range im Westen und den Blue
Mountains im Osten, trennt keilmäßig die Tiefebenen an der Westküste
des Atlantischen Ozeans von den Tiefebenen in den südlichen Tälern
des Mississippi. Die beiden durch das Gebirgsland geschiedenen Tiefebenen,
mit ihren ungeheuren Reismorästen und weit ausgedehnten Baumwollpflanzungen,
sind das eigentliche Areal der Sklaverei. Der lange, bis in das Herz der
Sklaverei vorgeschobene Keil von Gebirgsland mit entsprechend freier Atmosphäre,
einem lebensfrischen Klima und einem Boden, reich an Kohle, Salz, Kalkstein,
Eisenerz, Gold, kurz jedem zur vielseitigsten industriellen Entwicklung
nötigen Rohmaterial, ist schon jetzt zum größten Teil freies
Land. Seiner physischen Beschaffenheit nach kann der Boden hier nur durch
freie Parzellenbauern mit Erfolg bebaut werden. Das Sklavensystem vegetiert
hier nur sporadisch und schlug nie Wurzeln. Aus den Bewohnern dieser Hochlande
besteht in dem größten Teil der sogenannten Grenzstaaten der
Kern der freien Bevölkerung, die schon im Interesse der Selbsterhaltung
für den Norden Partei ergreift.
Betrachten wir das streitige Gebiet im einzelnen.
Delaware, der nordöstlichste der Grenzstaaten, befindet sich faktisch
und moralisch im Besitz der Union. Alle Versuche der
Sezessionisten zur Bildung auch nur einer ihnen günstigen Parteifraktion
sind vom Beginn des Krieges an der Einstimmigkeit der
Bevölkerung gescheitert. Das Sklavenelement dieses Staates war
seit lange im Aussterben begriffen. Von 1850 bis 1860 allein
verminderte sich die Sklavenzahl um die Hälfte, so daß Delaware
auf eine Gesamtbevölkerung von 112.218 jetzt nur noch 1.798 Sklaven
zählt. Trotzdem wird Delaware von der südlichen Konföde-
<341> ration herausverlangt und wäre in der Tat für den Norden
militärisch unhaltbar, sobald sich der Süden Marylands bemächtigt
hätte.
In Maryland selbst findet der obenerwähnte Konflikt zwischen Hochland
und Flachland statt. Auf eine Gesamtbevölkerung von
687.034 kommen hier 87.188 Sklaven. Daß die weit überwiegende
Mehrzahl des Volkes mit der Union geht, haben die jüngsten allgemeinen
Wahlen zum Kongreß in Washington wieder schlagend bewiesen. Die Armee
von 30.000 Unionstruppen, die Maryland augenblicklich besetzt hält,
soll nicht nur der Armee am Potomac als Reserve dienen, sondern namentlich
auch die
rebellischen Sklaveneigner im Innern des Landes im Schach halten. Hier
zeigt sich nämlich ein ähnliches Phänomen wie in
anderen Grenzstaaten, wo die große Masse des Volkes zum Norden,
eine numerisch unbedeutende Sklavenhalterpartei zum Süden steht. Was
ihr an Zahlen fehlt, ersetzt die Sklavenhalterpartei durch die Machtmittel,
die langjähriger Besitz aller Staatsämter, erbliche Beschäftigung
mit politischer Intrige und Konzentration großer Vermögen in
wenigen Händen ihr gesichert haben.
Virginia bildet jetzt das große Standlager, wo die Hauptarmee der Sezession und die Hauptarmee der Union gegeneinander Front machen. In den nordwestlichen Hochlanden Virginias beläuft sich die Sklavenmasse auf 15.000, während die zwanzigfach größere freie Bevölkerung der Mehrzahl nach aus unabhängigen Bauern besteht. Das östliche Flachland Virginias zählt dagegen beinahe eine halbe Million Sklaven; Negerzucht und der Verkauf der Neger in die südlichen Staaten bilden seine Haupteinkommen-Quelle. Sobald die Rädelsführer des Flachlandes durch Intrigen in der Staatslegislatur zu Richmond die Sezessionsordonnanz durchgesetzt und die Tore Virginias in aller Eile der Südarmee geöffnet hatten, sezedierte Nordwest-Virginia von der Sezession, bildete einen neuen Staat und verteidigt jetzt unter dem Banner der Union mit den Waffen in der Hand sein Gebiet gegen die südlichen Eindringlinge.
Tennessee, mit Einwohnern, worunter 275.784 Sklaven, befindet sich in den Händen der südlichen Konföderation, die das ganze Land dem Standrecht unterworfen hat und einem Proskriptions-System, das an die Zeiten der römischen Triumvirate erinnert. Als die Sklavenhalter im Winter 186l eine allgemeine Volkskonvention vorschlugen, die über Sezession oder Nichtsezession abstimmen sollte, verweigerte die Volksmajorität jede Konvention, um jeden Vorwand zur Sezessionsbewegung abzuschneiden. Später, als Tennessee bereits von der südlichen Konföderation militärisch überrannt und einem Schreckenssystem unterworfen war, erklärte sich bei den Wahlen immer noch mehr als ein Dritteil der Stimmgeber für <342> die Union. Das eigentliche Zentrum des Widerstandes gegen die Sklavenhalterpartei bildet hier, wie in den meisten Grenzstaaten, das Gebirgsland, Ost-Tennesee. Am 17. Juni 1861 trat in Greenville eine allgemeine Volkskonvention von Ost-Tennessee zusammen, erklärte sich für die Union, deputierte den ehemaligen Gouverneur des Staates, Andrew Johnson, einen der eifrigsten Unionisten, zum Senat in Washington, und veröffentlichte eine "declaration of grievances", eine Beschwerdeschrift, die alle Mittel des Betruges, der Intrige und des Schreckens bloßlegt, wodurch Tennessee aus der Union "hinausvotiert" worden ist. Seit dieser Zeit wird Ost-Tennessee durch Waffengewalt von den Sezessionisten im Schach gehalten.
Ähnliche Verhältnisse wie in West-Virginia und Ost-Tennessee,
finden sich im Norden von Alabama, Nordwesten von Georgia
und Norden von Nord-Carolina. Weiter westlich, im Grenzstaat Missouri,
mit Einwohnern und 114.965 Sklaven -
letztere meist zusammengedrängt auf das nordwestliche Gebiet des
Staates - entschied die Volkskonvention vom August 1861 für die Union.
Jackson, der Gouverneur des Staates und Werkzeug der Sklavenhalterpartei,
empörte sich gegen die Legislatur
Missouris, ward in die Acht erklärt und trat nun an die Spitze
der bewaffneten Horden, die Missouri von Texas, Arkansas und
Tennessee aus überfielen, um es vor der Konföderation auf
die Knie zu werfen und sein Band mit der Union durch das Schwert
zu zerschneiden. Missouri bildet in diesem Augenblicke nächst
Virginia das Haupttheater des Bürgerkrieges.
New Mexico, kein Staat, sondern ein bloßes Territorium, wohin unter Buchanans Päsidentschaft 25 Sklaven importiert wurden, um ihnen von Washington aus eine Sklavenkonstitution nachzuschicken - hat, wie selbst der Süden zugesteht, seiner nicht begehrt. Aber der Süden begehrt New Mexico und spie demgemäß von Texas aus eine bewaffnete Abenteurerbande über die Grenze. Gegen diese Befreier hat New Mexico den Schutz der Unionsregierung angefleht.
Man wird bemerkt haben, daß wir besonderen Nachdruck auf das numerische Verhältnis von Sklaven zu Freien in den einzelnen Grenzstaaten legen. Dies Verhältnis ist in der Tat entscheidend. Es ist der Thermometer, woran man das Lebensfeuer des Sklavensystems messen muß. Die Seele der ganzen Sezessionsbewegung ist Süd-Carolina. Es zählt 402.541 Sklaven auf 301.271 Freie. In zweiter Linie folgt Mississippi, das der südlichen Konföderation ihren Diktator, Jefferson Davis, gegeben hat. Es zählt 436.696 Sklaven auf 354.699 Freie. In dritter Linie kommt Alabama mit 435.132 Sklaven auf 539.164 Freie.
<343> Der letzte der streitigen Grenzstaaten, dessen wir noch zu
erwähnen haben, ist Kentucky. Seine jüngste Geschichte ist
besonders charakteristisch für die Politik der südlichen
Konföderation. Kentucky zählt auf Einwohner 225.490
Sklaven. In drei aufeinanderfolgenden allgemeinen Volkswahlen - im Winter
1861, als zu einem Kongreß der Grenzstaaten gewählt ward; im
Juni 1861, als die Wahlen zum Kongreß in Washington stattfanden;
endlich im August 1861 in den Wahlen zur Legislatur des Staates Kentucky
- entschied eine stets wachsende Majorität für die Union. Dagegen
sind Magoffin, der Gouverneur von Kentucky, und sämtliche Würdenträger
des Staates fanatische Partisanen der Sklavenhalterpartei, ebenso Breckinridge,
Vertreter Kentuckys im Senat zu Washington, Vizepräsident der Vereinigten
Staaten unter Buchanan und 1860 Kandidat der Sklavenhalterpartei während
der Präsidentenwahl. Zu schwach, um Kentucky für die Sezession
zu gewinnen, war der Einfluß der Sklavenhalterpartei mächtig
genug, um es beim Ausbruch des Krieges zu einer Neutralitätserklärung
zu kirren. Die Konföderation erkannte die Neutralität an, solange
sie ihren Zwecken diente, solange sie damit beschäftigt war, den Widerstand
in Ost-Tennessee niederzuschlagen. Kaum war dieser Zweck erreicht, als
sie mit dem Musketkolben an den Toren von Kentucky anklopfte unter dem
Schrei: "Der Süden braucht sein ganzes Territorium. Er will und muß
es haben!"
Von Südwest und Südost brachen ihre Freibeuterkorps gleichzeitig
in den "neutralen" Staat ein. Kentucky erwachte aus dem
Traum der Neutralität, seine Legislatur ergriff offen Partei für
die Union, umgab den verräterischen Gouverneur mit einem
Komitee der öffentlichen Sicherheit, rief das Volk zu den Waffen,
erklärte Breckinridge in die Acht und befahl den Sezessionisten, das
überfallene Gebiet sofort zu räumen. Dies war das Signal zum
Krieg. Eine Armee der südlichen Konföderation bewegt sich auf
Louisville zu, während Freiwillige von Illinois, Indiana und Ohio
herbeiströmen, um Kentucky vor den bewaffneten Missionären der
Sklaverei zu retten.
Die Versuche der Konföderation, Missouri und Kentucky z.B. wider den Willen dieser Staaten sich einzuverleiben, beweisen die Hohlheit des Vorwandes, daß sie für die Rechte der Einzelstaaten gegen die Übergriffe der Union kämpfe. Den einzelnen Staaten, die sie zum "Süden" rechnet, erkennt sie allerdings das Recht zu, sich von der Union zu trennen, keineswegs aber das Recht, in der Union zu verbleiben.
Selbst die eigentlichen Sklavenstaaten, so sehr Krieg nach außen,
Militärdiktatur im Innern und Sklaverei überall ihnen für
den
Augenblick <344> den Schein der Harmonie geben, sind jedoch nicht
ohne widerstrebende Elemente. Ein schlagendes Beispiel ist Texas mit 180.388
Sklaven auf 601.039 Einwohner. Das Gesetz von 1845, kraft dessen Texas
als Sklavenstaat in die Reihe der Vereinigten Staaten trat, berechtigte
es, aus seinem Territorium nicht nur einen, sondern fünf Staaten zu
bilden. Dadurch hätte der Süden statt zwei zehn neue Stimmen
im amerikanischen Senat gewonnen, und Vermehrung seiner Stimmenzahl im
Senat war ein Hauptziel seiner damaligen Politik. Die Sklavenhalter fanden
es jedoch von 1845 bis 1860 untunlich, Texas, wo die deutsche Bevölkerung
eine große Rolle spielt, auch nur in zwei Staaten zu zerschneiden,
ohne in dem zweiten Staate der Partei der freien Arbeit die Oberhand über
die Partei der Sklaverei einzuräumen. Bester Beweis dies, wie mächtig
der Gegensatz gegen die Sklavenhalter-Oligarchie in Texas selbst.
Georgia ist der größte und bevölkertste der Sklavenstaaten. Auf eine Einwohnermasse von zählt es 462.230 Sklaven, also beinahe die Hälfte der Bevölkerung. Trotzdem gelang es der Sklavenhalterpartei bisher nicht, die zu Montgomery dem Süden aufoktroyierte Konstitution durch allgemeine Volksabstimmung in Georgia sanktionieren zu lassen.
In der Staatskonvention Louisianas, die am 21. März 1861 zu New
Orleans zusammentrat, erklärte Roselius, der politische
Veteran des Staates:
"Die Montgomery-Konstitution ist keine Konstitution, sondern eine Konspiration. Sie inauguriert keine Volksregierung, sondern eine gehässige und uneingeschränkte Oligarchie. Dem Volk war es nicht erlaubt, bei dieser Gelegenheit mitzuhandeln. Die Konvention von Montgomery hat das Grab der politischen Freiheit gegraben, und jetzt beruft man uns, um ihrem Leichenbegängnis beizuwohnen."
Die Oligarchie der 300.000 Sklavenhalter benützte nämlich den Kongreß von Montgomery nicht nur, um die Trennung des Südens vom Norden zu proklamieren. Sie beutete ihn zugleich aus zur Umwälzung der innern Verfassung der Sklavenstaaten, zur völligen Unterwerfung des Teils der weißen Bevölkerung, der unter dem Schutz und der demokratischen Verfassung der Union noch einige Selbständigkeit behauptet hatte. Schon während 1856 bis 1860 hatten die politischen Wortführer, Juristen, Moralisten und Theologen der Sklavenhalterpartei nicht so sehr zu beweisen gesucht, daß die Negersklaverei berechtigt sei, als vielmehr, daß die Farbe gleichgültig zur Sache und die arbeitende Klasse überall zur Sklaverei geschaffen sei. Man sieht also, daß der Krieg der südlichen Konföderation im eigentlichen Sinne des Wortes ein Eroberungskrieg zur Ausbreitung und Ver- <345> ewigung der Sklaverei ist. Der größte Teil der Grenzstaaten und Territorien befindet sich noch im Besitz der Union, für die sie erst durch die Wahlurne, dann durch die Waffen Partei ergriffen haben. Die Konföderation rechnet sie aber zum "Süden" und sucht sie der Union abzuerobern. In den Grenzstaaten, welche die Konföderation einstweilen besetzt hat, hält sie das relativ freie Gebirgsland durch das Standrecht im Zaum. Innerhalb der eigentlichen Sklavenstaaten selbst verdrängt sie die bisherige Demokratie durch die uneingeschränkte Oligarchie von 300.000 Sklavenhaltern.
Mit dem Verzicht auf ihre Eroberungspläne würde die südliche
Konföderation auf ihre Lebensfähigkeit und auf den Zweck der
Sezession verzichten. Die Sezession fand ja nur statt, weil innerhalb
der Union die Verwandlung der Grenzstaaten und Territorien in Sklavenstaaten
nicht länger erreichbar schien [Hervorhebung von mir]. Andererseits
mit einer friedlichen Preisgabe des streitigen Gebiets an die südliche
Konföderation würde der Norden der Sklavenrepublik mehr als drei
Vierteile vom Gesamtgebiet der Vereinigten Staaten überlassen. Der
Norden verlöre den Meerbusen von Mexiko ganz, den Atlantischen Ozean
mit Ausnahme des schmalen Streifens von der Bucht von Penobscot bis zur
Bucht von Delaware, und würde sich selbst vom Stillen Ozean abschneiden.
Missouri, Kansas, New Mexico, Arkansas und Texas würden Kalifornien
nachziehen. Die großen Ackerbaustaaten in dem Becken zwischen den
Rocky Mountains und den Alleghanys, in den Tälern des Mississippi,
Missouri und Ohio, unfähig, die Ausflüsse des Mississippi den
Händen der starken, feindlichen Sklavenrepublik im Süden zu entreißen,
wären durch ihre ökonomischen Interessen gezwungen, vom Norden
zu sezedieren und der südlichen Konföderation beizutreten. Diese
nordwestlichen Staaten ihrerseits würden alle weiter östlich
gelegenen Nordstaaten, mit Ausnahme etwa der Staaten von Neuengland, in
denselben Wirbel der Sezession nachziehen.
Es fände so in der Tat keine Auflösung der Union statt, sondern
eine Reorganisation derselben, eine Reorganisation auf der
Grundlage der Sklaverei, unter der anerkannten Kontrolle der sklavenhaltenden
Oligarchie. Der Plan einer solchen
Reorganisation ist von den Hauptrednern des Südens offen auf dem
Kongreß von Montgomery proklamiert worden und erklärt
den Paragraph der neuen Konstitution, der jedem Staat der alten Union
den Anschluß an die neue Konföderation offenhält. Das Sklavensystem
würde die ganze Union verpesten. In den nördlichen Staaten, wo
Negersklaverei praktisch unausführbar, würde die weiße
Arbeiterklasse nach und nach auf das Niveau des Helotentums niedergedrückt
werden. Es <346> entspräche dies völlig dem laut verkündeten
Grundsatz, daß nur gewisse Rassen der Freiheit fähig sind, und
wie die eigentliche Arbeit im Süden das Los des Negers, so im Norden
das des Deutschen und Irländers, oder ihrer unmittelbaren Nachkommen.
Der gegenwärtige Kampf zwischen Süd und Nord ist also nichts
als ein Kampf zweier sozialer Systeme, des Systems der
Sklaverei und des Systems der freien Arbeit. Weil beide Systeme nicht
länger friedlich auf dem nordamerikanischen Kontinent
nebeneinander hausen können, ist der Kampf ausgebrochen. Er kann
nur beendet werden durch den Sieg des einen oder des
andern Systems.
Wenn die Grenzstaaten, die streitigen Gebiete, worin beide Systeme bisher
um die Herrschaft rangen, ein Dorn im Fleisch des
Südens sind, so ist andererseits nicht zu verkennen, daß
sie in dem bisherigen Lauf des Krieges die Hauptschwäche des Nordens
bildeten. Ein Teil der Sklavenhalter in diesen Distrikten heuchelte Loyalität
für den Norden auf Geheiß der Verschwörer im Süden;
ein anderer Teil derselben fand es in der Tat seinen reellen Interessen
und traditionellen Begriffen gemäß, mit der Union zu gehen.
Beide haben den Norden gleichmäßig gelähmt. Angst, die
"loyalen" Sklavenhalter der Grenzstaaten bei gutem Humor zu erhalten, Furcht,
sie der Sezession in die Arme zu werfen, mit einem Wort zarte Rücksichtnahme
auf die Interessen, Vorurteile und Empfindlichkeiten dieser zweideutigen
Verbündeten, hat die Unionsregierung seit Beginn des Krieges mit unheilbarer
Schwäche geschlagen, sie zu halben Maßregeln gedrängt,
sie gezwungen, das Prinzip des Krieges wegzuheucheln und den verwundbarsten
Fleck des Gegners zu schonen, die Wurzel des Übels - die Sklaverei
selbst.
Wenn Lincoln noch neulich Frémonts Missouri-Proklamation zur
Emanzipation der den Rebellen angehörigen Neger kleinmütig
widerrief, so geschah es nur aus Rücksicht auf den lauten Protest
der "loyalen" Sklavenhalter Kentuckys. Indes ist bereits ein
Wendepunkt eingetreten. Mit Kentucky ist der letzte Grenzstaat in die
Reihe der Schlachtfelder zwischen Süd und Nord gedrängt worden.
Mit dem wirklichen Krieg um die Grenzstaaten in den Grenzstaaten selbst
ist ihr Gewinn oder Verlust der Sphäre diplomatischer und parlamentarischer
Verhandlungen entzogen. Der eine Teil der Sklavenhalter wird die loyale
Maske abwerfen, der andere mit der Aussicht auf eine Geldentschädigung,
wie Großbritannien sie den westindischen Pflanzern gab, vorlieb nehmen.
Die Ereignisse selbst drängen zur Verkündigung der entscheidenden
Parole - der Sklavenemanzipation.
<347> Wie selbst die verstocktesten Demokraten und Diplomaten des
Nordens sich zu diesem Punkt hingezogen fühlen, zeigen einige Kundgebungen
der neuesten Zeit. General Cass, Kriegsminister unter Buchanan und bisher
einer der eifrigsten Alliierten des Südens, erklärt in einem
offenen Sendschreiben die Sklavenemanzipation für die conditio sine
qua non
"Wenn wir", sagt er unter anderm, "die Abolition bekämpften, so lange wir durch sie die Union bedroht hielten, müssen wir jetzt um so entschiedener gegen den Fortbestand der Sklaverei auftreten, seitdem wir uns überzeugt haben, daß eine längere Fortdauer der Sklaverei unvereinbar ist mit der Erhaltung der Union oder unserer Nation als einer freien Republik."
Endlich die "World", ein New-Yorker Organ der Diplomaten des Washingtoner Kabinetts, schließt einen ihrer letzten Polterartikel gegen die Abolitionisten mit den Worten:
"An dem Tag, wo es entschieden sein wird, daß entweder die Sklaverei untergehen muß oder die Union, an dem Tage ist das Todesurteil der Sklaverei gesprochen. Wenn der Norden nicht ohne Emanzipation siegen kann, wird er mit Emanzipation siegen."